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Hyperaktive Mädchen haben oft auch als Erwachsene Probleme
 
[17.04.2008] 

Hyperaktive Mädchen haben oft auch als Erwachsene Probleme

Hyperaktive Mädchen haben auch als Jugendliche und Erwachsene häufiger Probleme als ihre Altersgenossinnen. So  haben sie öfter einen schlechten Schulabschluss, geraten leichter in Beziehungen mit psychischem Missbrauch und werden gehäuft bereits als Teenager schwanger. Wissenschaftler der Universitäten in London und in Montreal führten dazu eine Studie mit 881 Mädchen durch, deren Entwicklung sie ab dem Alter von 6 Jahren bis zu 21 Jahren verfolgten. 10% der Mädchen zeigten ausgeprägtes hyperaktives Verhalten, während weitere 10% sowohl hyperaktiv als auch aggressiv waren.

Die Forscher fanden heraus, dass besonders Mädchen, die unruhig und zappelig waren oder aggressives Verhalten an den Tag legten, indem sie andere schlugen, bissen oder hänselten, später gehäuft von psychischem Missbrauch betroffen waren und oftmals nur ein niedriges Bildungsniveau erreichten. Mädchen, die sowohl hyperaktiv als auch aggressiv waren, verhielten sich später ihren Partnern gegenüber vermehrt körperlich und psychisch aggressiv, wurden oft sehr früh schwanger und waren häufiger auf staatliche Unterstützung angewiesen.

„Die Erkenntnisse legen nahe, dass Mädchen mit chronischer Hyperaktivität und körperlicher Aggressivität bereits in der Grundschule durch Präventionsprogramme unterstützt werden sollten, um spätere Probleme möglichst zu verhindern“, sagt Dr. Nathalie Fontaine, die Leiterin der Studie. „Wenn man sein Augenmerk nur auf körperliche Aggressivität richtet, übersieht man eine erhebliche Anzahl von gefährdeten Mädchen. Berücksichtigt man hingegen hyperaktives Verhalten, so schließt man damit bereits die überwiegende Mehrheit aggressiver Mädchen mit ein.“

„Nicht alle hyperaktiven und aggressiven Mädchen entwickeln später Probleme. 25% der Mädchen mit Verhaltensproblemen in der Kindheit hatten laut der Untersuchung als Erwachsene keine Schwierigkeiten“, erklärt Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). „Weitere Forschungen werden notwendig sein, um die Entstehung dieser Probleme besser zu verstehen. Risikofaktoren, die speziell auf Mädchen zutreffen, wie beispielsweise soziale Aggressionen, die sich im Verbreiten von Gerüchten oder im Ausschluss aus Cliquen äußern, müssen dabei verstärkt berücksichtigt werden.“



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