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Vieles wird anders
 

Vieles wird anders

Jede Krankheiten kann eine Partnerschaft und den Zusammenhalt in der Familie belasten. Dies gilt besonders für schwere neurologische und psychiatrische Störungen, denn nicht selten betreffen sie neben dem Körper des Kranken auch seine Persönlichkeit: Partner, Kinder und Angehörige „erkennen den Kranken nicht wieder".

Ein Schlaganfall, die Diagnose einer Multiplen Sklerose oder einer Schizophrenie oder einer Depression schockieren und fordern vom Partner und der Familie einen großen Einsatz: Pflege und Versorgung stellen oft so hohe Anforderungen, dass diese nicht mehr wissen, wie sie alles bewältigen sollen. Nach dem ersten Schock entstehen daher oft Schuldgefühle, Konflikte und Streit. Das betrifft nicht nur den Ehe- oder Lebenspartner: Auch Kinder, Eltern oder Geschwister leiden zwangsläufig mit. Eine solche chronische Erkrankung ist sicherlich eine der schwersten Belastungsproben, die eine Partnerschaft auszuhalten hat.

Wechselseitige Schuldgefühle
Diese Situation erzeugt bei dem Kranken nicht selten Schuldgefühle – zwar kann er nichts für seine Krankheit, aber er fühlt sich dennoch verantwortlich für die Konflikte und Belastungen in der Familie.

Der Partner wiederum bemüht sich normalerweise, dem Kranken zu helfen und ihn zu unterstützen. Den eigentlichen Krankheitsverlauf aufhalten oder umkehren kann er jedoch nicht – und auch das erzeugt bei dem Partner häufig Schuldgefühle. Unter diesen wechselseitigen Enttäuschungen leiden die Beziehung und die Lebensqualität – zu der Krankheit kommen dann die Familien- und Partnerschaftskonflikte erschwerend hinzu.

Besonders wichtig ist in dieser Situation, dass beide Partner den anderen anerkennen: Der Gesunde muss würdigen, wie der Erkrankte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht und Verständnis zeigen, aber auch der Kranke sollte anerkennen, dass es für den gesunden Partner und die übrigen Familienangehörigen nicht leicht ist, mit der Erkrankung zurechtzukommen.

Wichtig ist, dass die gesunden Partner sich immer wieder klar machen, dass sie nur in sehr begrenztem Umfang Therapeuten sind. Sie müssen akzeptieren, dass sie häufig nur wenig – weniger als sie gerne möchten – ausrichten können.

 
 
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