Magersucht ist eine lebensbedrohliche Erkrankung mit einem erheblichen Selbstgefährdungspotenzial. Wenn die psychische Störung nicht behandelt wird, besteht die Gefahr einer Vertiefung der Erkrankung und Verschlechterung der Behandlungsaussichten.
Ist ein Verwandter oder Freund von Ihnen (vermutlich) von einer Ess-Störung betroffen, sollten Sie sich ärztlichen Rat bei einem Kinder- und Jugendpsychiater/Psychotherapeuten holen. Für Angehörige stellt ein magersüchtiger Patient im Familienkreis eine große Belastung dar, der sie meist hilflos gegenüberstehen. Der Umgang mit Ess-gestörten Menschen ist meist extrem frustrierend, und die eigenen Grenzen sind schnell erreicht. Häufig leiden gerade Eltern/Partner selbst unter einem schlechten Gewissen und machen sich große Vorwürfe. – Daher ist es sehr wichtig, dass Sie sich selbst über das Krankheitsbild ausführlich informieren. Sprechen Sie den Betreffenden behutsam auf Ihre Vermutung an und unterstützen Sie ihn auf dem Weg der Heilung. Vermeiden Sie es auf jeden Fall, das Verhalten des Betroffenen lächerlich zu machen oder abzuwerten.
Reden Sie auch mit anderen darüber, z.B. engen Freunden oder mit Leuten, die persönlich nicht so involviert sind und die Situation dementsprechend objektiver betrachten können. Es lässt sich insgesamt besser mit dem Problem zurechtzukommen, wenn Sie Umgang mit Menschen haben, die gerade ähnliche Schwierigkeiten und Erfahrungen mit Ess-Gestörten machen wie Sie selbst. Ein Kinder- und Jugendpsychiater/Psychotherapeut in Ihrer Nähe gibt Ihnen Hilfestellungen und hält Adressen von entsprechenden Angehörigengruppen für Sie parat.