1. Elektrokrampftherapie (EKT)
Bei der EKT wird im Gehirn durch einen schwachen Stromimpuls ein Krampfanfall ausgelöst. Der Anfall dauert normalerweise etwa 20 bis 40 Sekunden und löst sich dann auf. Die Therapie wird in Vollnarkose durchgeführt, die Betroffenen merken deshalb nichts von dem Anfall. Durch diesen Anfall wird die Stimmungslage des Betroffenen normalisiert, der genaue Mechanismus ist derzeit unklar.
Die EKT ist die wirksamste Methode zur Behandlung schwerer depressiver, manischer und psychotischer Krankheitsepisoden (Erfolgsquote: 80%). Sie wird angewendet, wenn die medikamentöse Behandlung nicht anschlägt oder eine Medikamentengabe nicht möglich ist. Allerdings kann die EKT nur bei Patienten mit guter körperlicher Verfassung durchgeführt werden. Nach der Elektrokrampftherapie müssen die Betroffenen – wenn möglich - zur Vorbeugung eines Rückfalls entsprechende Medikamente einnehmen.
2. Wachtherapie/Schlafentzug
Die Wachtherapie wird bei der Akutbehandlung einer schweren depressiven Episode er-folgreich eingesetzt, speziell bei starken Tagesschwankungen. Etwa 50 bis 60% der Be-troffenen zeigen eine deutliche Besserung der Symptome - allerdings oft nur für kurze Zeit. Deswegen sollte gleichzeitig mit dem Schlafentzug auch eine medikamentöse Therapie mit Stimmungsstabilisierern erfolgen.
Beim Schlafentzug unterscheidet man zwischen dem totalen Schlafentzug (vom Morgen des 1. Tages bis zum Abend des 2. Tages, 40 Stunden) und dem partiellen Schlafentzug (von 1.00 Uhr morgens bis zum nächsten Abend). Beide Formen wirken antidepressiv, letztere ist weniger belastend für die Betroffenen. Der Schlafentzug kann, je nach Schwere der Symptomatik und Wirksamkeit, ein bis zwei Mal in der Woche wiederholt werden.
3. Psychotherapie
Mit Hilfe der Psychotherapie lernt der Betroffene, mit seiner Erkrankung umzugehen, den Alltag besser zu bewältigen und Rückfällen vorzubeugen. Er wird selbstsicherer und damit auch zuverlässiger was zum Beispiel die Medikamenteneinnahme angeht. Unter den verschiedenen Therapieformen, die bei bipolaren Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden können, muss der Psychiater/Psychotherapeut/Nervenarzt die geeignete für seinen Patienten finden. Er kann u.a. zwischen kognitiver Verhaltenstherapie, dynamischer Psychotherapie, Gesprächstherapie, tiefenpsychologisch orientierten Verfahren und Familientherapie wählen.