Ziel einer medikamentösen, vorbeugenden Behandlung der Migräne ist es, Häufigkeit, Dauer und Intensität von Migräneattacken zu vermindern. Außerdem versucht man auf diese Weise, das Risiko eines medikamenteninduzierten Kopfschmerzes, d.h. eines Kopfschmerzes der durch die Einnahme zu vieler Migräne- und Schmerzmittel ausgelöst wird, zu senken bzw. einen Missbrauch von Schmerzmedikamenten zu verhindern. Eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe wird Patienten empfohlen, bei denen mindestens eine der folgenden Aussagen zutrifft:
- die Anfallsbehandlung führt bisher zu keinem befriedigendem Ergebnis;
- Sie haben mehr als zwei Migräneattacken pro Monat;
- Sie vertragen die Medikamente zur Behandlung der Migräneattacke schlecht oder gar nicht;
- die Zahl der Migräneattacken nimmt bei Ihnen zu;
- Sie nehmen an mehr als 10 Tagen im Monat Schmerz- oder Migränemittel ein;
- bei Ihnen kommt es nach einer Migräne zu neurologischen Beschwerden, die länger als sieben Tage andauern.
Dies sind alles Richtwerte. Wichtig ist, wie sehr Sie durch die Migräne in Ihrer Lebensqualität beeinträchtigt sind. Wenn Sie durch die Anfälle häufig krank geschrieben sind oder sonstigen Tätigkeiten nicht nachgehen können oder wenn die Anfälle unerträglich sind, spricht dies für eine Migräne-Prophylaxe. Ihr Facharzt wird mit Ihnen die Vor- und Nachteile der Migräne-Prophylaxe in Ihrem Fall durchsprechen.
Eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe erfolgt mit Medikamenten wie den so genannten, eigentlich zur Blutdrucksenkung verwendeten, Betablockern (Metoprolol, Propranolol) oder dem Calcium-Antagonisten Flunarizin bzw. dem Membranstabilisierer Topiramat. Wird mit diesen Arzneistoffen keine ausreichende Wirkung erzielt, kann der behandelnde Arzt andere Wirkstoffe wie z.B. Valproinsäure, Amitriptylin, Naproxen oder Pestwurz verordnen.
In einem Kopfschmerz-Tagebuch sollten Sie über vier Wochen jede Attacke und die jeweilige Medikation eintragen. Nur so lässt sich der Erfolg oder Misserfolg der Behandlung messen. Sie können das Tagebuch auch nutzen, um Situationen zu finden, die bei Ihnen Migräneattacken auslösen, so genannte Trigger. Die Meidung dieser Trigger ist natürlich auch eine mögliche Form der Selbstbehandlung und der Vorsorge.