Grundsätzlich sollten Psychosen von Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie oder vom Nervenarzt behandelt werden. Die Therapie kann ambulant in der Praxis bzw. Tagesklinik oder in schweren Fällen stationär erfolgen. Entlastend wirkt bereits das Gespräch mit dem Arzt, in dem der Patient alles sagen kann, was ihn bedrückt und worunter er leidet. Der Kranke er-fährt, dass er mit seinen Störungen nicht allein ist und dass ihm geholfen werden kann.
Zudem stehen dem Arzt eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, welche die Symptome einer Psychose lindern oder gar beseitigen können: die so genannten
Neuroleptika
. Sie wirken nicht nur beruhigend oder dämpfend auf den Patienten, sondern beseitigen Angst- sowie Erre-gungszustände und verbessern die Konzentrationsfähigkeit. Werden die Neuroleptika von den Patienten nach dem Abklingen der Krankheitserscheinungen weiter eingenommen, so verhin-dern sie in den meisten Fällen das Wiederauftreten einer Psychose. Wie lange die neurolepti-schen Medikamente zum Schutz vor erneuter Erkrankung eingenommen werden müssen, ist individuell sehr unterschiedlich und kann nur vom Arzt entschieden werden. In der Regel sind es jedoch mehrere Jahre, bei mehrfachen Episoden ist eine dauerhafte Einnahme zur Prophy-laxe notwendig.
Neuroleptika haben sich als wirksame Medikamente bei Psychosen erwiesen und sind in der Behandlung heute unverzichtbar. Sie haben allerdings auch vielfältige Nebenwirkungen, so dass Kontrolluntersuchungen durch einen Facharzt erforderlich sind das optimale Medikament für den einzelnen und die optimale Dosis erst vom Arzt gemeinsam mit dem Patienten heraus-gefunden werden muss.
Man unterscheidet zwei "Arten" von Neuroleptika, die
typischen
(z.B. Haloperidol) und die neu entwickelten
atypischen Neuroleptika
(z.B. Risperidon, Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Ziprasidon, Aripiprazol). Letztere zeichnen sich durch deutlich weniger Nebenwirkungen auf die Kör-permotorik aus und eignen sich dadurch besser für eine Langzeitbehandlung.
Die Sorge mancher Patienten, durch dauerhafte Einnahme dieser Psychopharmaka könnte eine Medikamenten-Abhängigkeit entstehen, ist unbegründet. Meistens kann im Verlauf einer län-geren Behandlung die Dosierung vermindert werden.
Stützende psychotherapeutische Gespräche und weitere Psychotherapieverfahren leisten be-reits während der akuten Krankheitsphase einen wichtigen Beitrag für die Krankheitsbewältigung und wirken sich günstig auf den Verlauf der Erkrankung aus.