Zu Beginn der Untersuchung informiert sich der Psychiater und Psychotherapeut/Nervenarzt in einem ausführlichen Gespräch über aktuelle Beschwerden und ihren Verlauf, frühere Erkran-kungen, das soziale Umfeld, Lebensgewohnheiten und eventuelle Vorbehandlungen.
Um eine zielgerichtete Behandlung bei Verdacht auf eine Psychose durchführen zu können, muss der Psychiater und Psychotherapeut/Nervenarzt zunächst feststellen, ob es sich um eine exogene oder endogene Psychose handelt, d.h. ob eine körperliche Grunderkrankung vorliegt oder nicht. Hierzu sind neben körperlichen und neurologischen eine Reihe von labormedizinischen (Bestimmung der Blutwerte) und apparativen Untersuchungen (EEG, EKG, Kernspintomografie des Schädels) notwendig. Erst wenn eine körperliche Ursache der psychotischen Symptome ausgeschlossen ist, kann von einer endogenen Psychose gesprochen werden.
Eine genaue Zuordnung zu einer bestimmten Erkrankungsform ist bei der Erstuntersuchung allerdings nur begrenzt möglich und erfordert eine Beobachtung über einen längeren Zeitraum. Viele Ärzte geben die Diagnose erst an Betroffene und Angehörige weiter, wenn die akuten Symptome auf dem Rückmarsch sind und der Patient ausreichend stabil ist. Da die medizinischen Begriffe zum Teil erheblich vorbelastet und ängstigend sind, werden alternative Begriffe wie „Stoffwechselstörung“ benutzt. Zumal es sich ja nach wissenschaftlichen Erkenntnissen um eine Stoffwechselstörung des Gehirns handelt (gestörtes Gleichgewicht von Überträgerstoffen in bestimmten Teilen des Gehirns). Schließlich ist es nicht der Zweck einer psychiatrischen Untersuchung, zu einer absolut unanfechtbaren Diagnose zu kommen und den Patienten mit dieser zu "etikettieren". Ziel ist es vielmehr sein, die vom Patienten geschilderten Beeinträchti-gungen und das damit verbundene Leid wahrzunehmen und angemessen zu lindern.