Verschiedene Kriterien können auf eine Magersucht hindeuten. Der auffälligste Hinweis ist natürlich das Gewicht. Der so genannte Body-Mass-Index (BMI) gilt als Maßstab. Um den BMI zu errechnen, teilt man das Gewicht der Person (in kg) durch das Quadrat der Körpergröße (in m2). Bei einem BMI-Wert zwischen 18,5 und 24 kg/m spricht man von Normalgewicht, ein BMI unter 17,5 kg/m² gilt bei Erwachsenen als Untergewicht.
Aufgrund des Wachstums können bei Kindern bzw. Jugendlichen vor/während der Pubertät nicht die BMI-Werte der Erwachsenen angesetzt werden. Bei ihnen wird der BMI noch in altersbezogene Prozentangaben, so genannte Perzentilen, unterteilt. Eine Körpergröße auf der 50. Perzentile bedeutet, dass 50% der Kinder gleichen Alters und gleichen Geschlechts leichter bzw. schwerer als das betreffende Kind sind. Die 50. Perzentile gibt damit den Durchschnittswert an. Ein Gewicht unter der 10. Perzentile gilt als kritisch und spricht für eine Magersucht. So gilt bei einem 13-jährigen Mädchen beispielsweise ein BMI von unter 16 (< 10. Perzentile) als sehr bedenklich (s. Tabelle). Bereits ab einem BMI unterhalb der 25. Perzentile sind regelmäßige Gewichtskontrollen, ein Arzt-Patienten-Gespräch über das Ess-Verhalten sowie das Führen eines Menstruationskalender angezeigt.
Zudem zeigt sich bei Betroffenen meist die typische Angst vor „Fettleibigkeit“, häufig eine falsche Selbstwahrnehmung (Körperschema-Störung) sowie möglicherweise bereits das Ausbleiben der Monatsblutung. Auch das auffällige Ess-Verhalten sollte von Angehörigen, Freunden etc. bemerkt werden. Labormedizinisch sind bei Magersüchtigen manchmal oder in einigen Fällen Blutbildveränderungen, ein Zinkmangel und fehlende Eiweißsubstanzen nachweisbar. Verschiedene Stoffwechselstörungen liegen ebenfalls vor. Tritt die Erkrankung vor der Pubertät ein, ist die körperliche Reifung inklusive des Wachstums gestört.
Der Gewichtsverlust bei Magersucht ist immer selbst herbeigeführt. Organische Ursachen einer Appetitlosigkeit bzw. einer Gewichtsabnahme wie Tumorerkrankungen oder Stoffwechselstörungen müssen sorgfältig ausgeschlossen werden. Junge Mädchen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) erkranken öfter als ihre Altersgenossinnen an Magersucht. Dies gilt auch für Diabetes-Patienten – hier wird das Einsparen oder Weglassen von Insulin als gewichtsreduzierende Maßnahme genutzt.