Eine bipolare Erkrankung bedeutet nicht nur, dass die Stimmung des Patienten beein-trächtigt ist. Sein Fühlen, Denken und Handeln sind ebenso betroffen wie seine Fähigkeit zur täglichen Lebensbewältigung – je nach Verlaufsform teilweise selbst in den episodenfreien Intervallen. Menschen mit bipolaren Erkrankungen sind krank – sie haben we-der etwas falsch gemacht, noch eine schwache Persönlichkeit. Dennoch ist die Akzeptanz des sozialen Umfeldes nicht immer gegeben. Rückzug des Freundeskreises, Partnerschaftskonflikte bis hin zur Trennung sowie Probleme im Job bis hin zum Arbeitsplatzverlust können die Folge sein. Hinzu kommen die Schamgefühle des Patienten, der oft immer weiter in die soziale Isolation gerät.
Bipolare Erkrankungen verringern die Lebensqualität und auch die Lebenserwartung der Patienten. Hinzu kommen eine erhöhte Selbstmordgefährdung (die Suizidhäufigkeit liegt – auf das ganze Leben bezogen - bei 15 bis 30%) und ein verstärktes Suchtrisiko (speziell Alkohol, Medikamente, Drogen).