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Atypischer Gesichtsschmerz
 
Atypischer Gesichtsschmerz

Therapie

Medikamentöse Behandlung
Ziel der Therapie beim atypischen Gesichtsschmerz ist die Linderung der Schmerzen, da eine Heilung nur in Ausnahmefällen gelingt. Bei episodisch auftretenden Beschwerden verordnet der Neurologe schmerzstillende Medikamente wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Ibuprofen. Die Mittel sollten allerdings nicht häufiger als sieben- bis zehnmal pro Monat eingenommen werden, da es sonst zu einem durch die Medikamente ausgelösten (medikamentenindizierten) Schmerz kommen kann. Substanzen, die gegen Migräne eingesetzt werden (z.B. so genannte Triptane), sind bei dieser Erkrankung nicht wirksam.

Beim chronischen Gesichtsschmerz helfen trizyklische Antidepressiva , ähnlich wie beim Spannungskopfschmerz. Sie greifen in die Schmerzverarbeitung im Gehirn ein. Gleichzeitig mildern sie die psychischen Beschwerden, unter denen über die Hälfte der Patienten leidet. Die therapeutische Wirkung setzt erst nach zwei bis vier Wochen ein. Hauptproblem dieser Behandlung sind jedoch die schon zu Beginn der Einnahme ausgeprägten Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Verstopfung, Probleme beim Wasserlassen, Blutdruckabfall oder Mundtrockenheit. Sind die Nebenwirkung zu stark, muss die Dosis gesenkt oder das Medikament abgesetzt werden. Gelegentlich helfen dann auch so genannte MAO-Hemmer gegen die chronischen Beschwerden.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Begleitend kann eine transkutane elektrische Nervenstimulation, kurz TENS-Behandlung, durchgeführt werden. Der Patient trägt hierbei ein kleines Gerät, das über eine Elektrode mit der schmerzhaften Hautregion verbunden ist. Bei Bedarf kann der Patienten elektrische Impulse abgeben. Sie reizen die Hautnerven. Nach einer Theorie werden bevorzugt die schnell-leitenden Fasern der Hautnerven gereizt. Die Impulse treffen dann vor den Schmerz-Impulsen im Rückenmark ein. Dort sollen sie die Weiterleitung der Schmerz-Impulse behindern. Nach einer anderen Theorie werden durch die Impulse so genannte „schmerzlindernde“ körpereigene Botenstoffe, die Endorphine, freigesetzt. Einige Ärzte berichten über gute Erfolge mit der TENS-Methode. Es gibt aber keine kontrollierten Studien, welche die Wirksamkeit bei Nervenschmerzen belegen.

Eventuell empfiehlt der Neurologe auch verhaltenstherapeutische Maßnahmen, um Ängste abzubauen und dem Patienten bei der Bewältigung seiner Schmerzen zu helfen. Gezielte Methoden zur Stress- und Schmerzverarbeitung können die Beschwerden eindämmen, wenn hierfür auch keine wissenschaftliche Studien voliegen.

 


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