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Anorexia nervosa (Magersucht)
 
Anorexia nervosa (Magersucht)

Auswirkungen

Das Hauptmerkmal bzw. wichtigstes körperliches Kriterium bei magersüchtigen Mädchen/Frauen ist neben dem Abnehmen das Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhö). Es kommt aufgrund des Nahrungsmangels zu schweren Hormonstörungen, die dieses Symptom verursachen. Der Östrogenmangel kann zusammen mit einem Mineralstoff- und Vitaminmangel sowie anderen Hormondefiziten zu einer krankhaften Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) führen. Magersüchtige Männer erleben einen Potenzverlust.

Die Patienten leiden vielfach unter weiteren Beschwerden wie chronischer Verstopfung und ständigem Frieren. Häufige Begleiterscheinungen sind auch ein niedriger Puls und Blutdruck. Viele Betroffene weisen aufgrund des Mineralstoffmangels eine trockene, schuppige Haut auf und haben Haarausfall. Als besonderes Merkmal ist in manchen Fällen die Entwicklung einer feinen Körperbehaarung (Lanugo) zu erkennen.

Bis hin zu lebensbedrohlichem Organversagen
Aber die chronische Unterernährung kann noch andere schwerwiegende körperliche Schäden verursachen. Als Folge der Gewichtsabnahme werden wichtige Körpereiweiße, z.B. in der Muskulatur und auch im Herzmuskel, abgebaut. Es können gefährliche Komplikationen wie Muskelschwäche, lebensgefährliche Herzrhythmus-Störungen und ein Ungleichgewicht des Wasser- und Mineralien-Haushalts (Flüssigkeits- und Elektrolytstörungen) auftreten. Beginnt die Krankheit vor der Pubertät, wird die körperliche Entwicklung stark verzögert (z.B. Wachstumsstopp, fehlende Brustentwicklung bei Mädchen, keine Genitalreifung bei Jungen). Der in dieser Zeit gestörte Knochenaufbauprozess ist lebenslang beeinträchtigt, Wachstumsstörungen können die Folge des Untergewichtes sein.

Ein starkes Untergewicht kann akute lebensbedrohliche Folgen haben, es kann zu einem Versagen der lebenswichtigen Organe wie Leber, Niere, Herz, kommen. Je rasanter die Gewichtsabnahme erfolgt ist, desto gravierender sind meist die körperlichen Komplikationen.

Psychische Folgen
Häufig treten bei Ess-gestörten Patienten auch psychische Störungen auf. Die Betroffenen wirken hoffnungslos und bedrückt, nicht selten kommen auch Schlaflosigkeit und Konzentrationsstörungen vor. Viele Betroffene fallen in eine Depression, die behandelt werden muss. Angsterkrankungen lassen sich bei 40 bis 80% aller Magersüchtigen nachweisen, in 55 bis 60% der Fälle liegt eine soziale Phobie vor. Magersüchtige sind häufig selbstmordgefährdet. Sowohl bei magersüchtigen Frauen als auch Männern wird ein gemindertes sexuelles Interesse beobachtet.


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