Das Krankheitsbild ist sehr vielfältig. Es gibt jedoch einige Symptome, die häufig auftreten: Psychose-Kranke können sich im Allgemeinen nicht konzentrieren, ihre Gedankengänge sind gestört und das logische Denken fällt ihnen schwer. Dadurch reden sie für ihre Umwelt oft un-verständliche Dinge. Betroffene scheinen in ihrem Fühlen, Handeln und Wollen widersprüchlich zu sein. Ihre Stimmung schwankt stark. Psychose-Patienten erleben ihre Umwelt verändert. Manche leiden unter Verfolgungswahn, haben dadurch massive Ängste, sind erregt, ange-spannt und manchmal sogar aggressiv. Andere Kranke haben Halluzinationen: Sie hören zum Beispiel nicht-reale Stimmen, die sie bedrohen, beleidigen oder ihnen befehlen, oder sie haben Visionen. Manche Betroffenen empfinden sich von außen gesteuert, sie glauben, dass jemand ihre Gedanken beeinflusst oder liest oder dass sie selbst die Gedanken anderer Menschen lesen können (Ich-Störung).
Daneben klagen die Kranken über Müdigkeit, Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit, depressive Stimmung und Gefühlsarmut. Hierbei spricht man von Minus- bzw. Negativ-Symptomen. Es fehlt quasi etwas - bestimmte natürliche Gefühlsregungen, welche gesunde Menschen in vollem Maße besitzen, sind eingeschränkt bzw. nicht vorhanden. Auch sozialer Rückzug, abnehmende (Freizeit)Interessen, Verarmung des Sprechens, Antriebsstörungen und Vernachlässigung des Äußeren gelten als typische Kennzeichen dieser Minus-Symptomatik.
Man unterscheidet folgende Arten von Psychosen:
Exogene (organische, symptomatische) Psychosen
Exogene Psychosen sind auf eine organische Erkrankung wie z.B. Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Epilepsie, seltener körperlichen Erkrankungen wie Hormonstörungen, Tumore, Infektionen, Verletzungen, Stoffwechselstörungen, zurückzuführen. Medizinisch wird zwischen akuten und chronischen exogenen Psychosen unterschieden:
- Die meisten akuten exogenen Psychosen (
amentielles Syndrom
,
Delir
,
Dämmerzustand
) kennzeichnen sich u.a. durch eine Bewusstseinstrübung/störung und Desorientierung aus. Akute exogene Psychosen sind meist reversibel, d.h. die vielfältigen Krankheitsanzeichen bilden sich bei entsprechender Behandlung – wenn eine Therapie über-haupt möglich ist - zurück.
- Von einer chronischen exogenen Psychose spricht man, wenn die körperlichen Ursachen nicht beseitigt werden können (irreversible Form). Zu den chronischen exogenen Psy-chosen zählt das so genannte
Hirnlokales Psychosyndrom
.
Endogene (nicht-organische, funktionelle) Psychosen
Die endogenen Psychosen sind im Gegensatz zu den exogenen Psychosen körperlich nicht be-gründbar. Sie unterteilen sich in:
- Schizophrene Psychosen mit 5 Untergruppen (
paranoide
,
hebephrene
oder
katatone Schizophrenie
,
Schizophrenes Residuum
,
Schizophrenia simplex
), kennzeichnend für schizophrene Psychosen ist ein Nebeneinander von gesunden und veränderten Verhal-tensweisen und Erleben bei den Betroffenen.
- Affektive Psychosen – hierbei sind vor allem die Stimmung, Motivation und Antrieb sowie das Denken und die Wahrnehmung beeinträchtigt (psychotische Depression, Ma-nie, bipolare Erkrankungen).
- Schizoaffektive Psychosen - dieser Begriff wird für Formen der Psychose angewandt, bei der sich Symptome der schizophrenen und der affektiven Psychose mischen und die ähnlich wie bei der manisch-depressiven Krankheit einen phasenhaften Verlauf zeigen.