Medikamente sind eine, aber nicht die einzige Möglichkeit zur Minderung der Anfallshäufigkeit bei der Migräne. Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist hierfür ebenso unerlässlich wie das Einhalten von festen Mahlzeiten, damit der Blutzuckerspiegel nicht zu sehr schwankt. Mit Hilfe eines Kopfschmerz-Tagebuches können Betroffene ihre persönlichen Migräneauslöser ermitteln. Sind diese erkannt, können sie größtenteils vermieden werden. So kann man etwa den Klingelton des Telefons und der Haustür leiser stellen und bei hellem Wetter eine Sonnenbrille tragen. Auch regelmäßiger Sport kann die Häufigkeit von Migräneattacken senken. Wissenschaftlich belegt ist dies für Ausdauersportarten wie Schwimmen, Joggen oder Fahrradfahren.
Außerdem existieren eine Reihe verhaltenstherapeutischer Verfahren, die ebenfalls wirksam sind. Diese nicht-medikamentösen Therapien können auch ergänzend („komplementär") und kombiniert zur medikamentösen Migräne-Prophylaxe eingesetzt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt eine „komplementäre" Therapie für alle Patienten mit mehr als drei Migräneattacken pro Monat. Die wichtigsten Methoden sind heute:
- Biofeedback-Therapie;
- die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR);
- das „kognitive-behaviorale" Schmerzbewältigungstraining (Stressmanagement)
Bei der Biofeedback-Methode werden biologische Signale wie z.B. der Blutdruck in sichtbare oder hörbare Signale umgesetzt und damit dem Patienten bewusst gemacht. Dadurch können Migräne-Patienten z.B. lernen, die Gefäßweite ihrer Blutgefäße der Kopfhaut willkürlich zu beeinflussen und dadurch die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Bei der PMR, die auch für Kinder sehr gut geeignet ist, trainieren Patienten gezielt – z.B. in Form von Fantasiereisen durch den Körper –, einzelne Muskelbereiche anzuspannen und wieder zu entspannen. Während des Stressbewältigungstrainings setzen sich die Betroffenen mit möglichen Stressfaktoren im Alltag und Beruf sowie ihren individuellen, automatisch ablaufenden Verarbeitungsweisen von Ereignissen – ihren so genannten kognitiven Prozessen – aktiv auseinander und versuchen, Strategien zur Bewältigung/Vermeidung zu entwickeln.
Einige Studien belegen, dass diese medikamentösen und nicht-medikamentösen Verfahren, die Häufigkeit von Migräneattacken deutlich senken können.