Wie Psychosen entstehen ist noch nicht bis ins Letzte geklärt. Es ist gesichert, dass manche Menschen anfälliger für derartige Erkrankungen sind als andere. Oft gibt es in der Familie von Betroffenen gehäuft Fälle von Psychosen. Dennoch handelt es sich nicht um eine reine Erb-krankheit. Beispielsweise konnte nachgewiesen werden, dass vorgeburtliche Influenza-Infektionen das Risiko, an Schizophrenie zu erkranken, auf das Dreifache erhöhen.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit spielen Stoffwechselstörungen im Gehirn die größte Rolle: Das Zusammenspiel der Botenstoffe scheint ins Ungleichgewicht geraten zu sein. Hierfür spricht unter anderem, dass man mit Medikamenten, die den Stoffwechsel der Nervenzellen beeinflus-sen, Symptome der Psychosen lindern oder gar beseitigen kann.
Nicht zuletzt sind Einflüsse aus der Umwelt und belastende Erlebnisse, wenngleich nicht als Ursache, so doch zumindest für den Zeitpunkt des erstmaligen Auftretens und den Verlauf der Erkrankung verantwortlich. Menschen, die an einer Psychose leiden, reagieren möglicherweise besonders sensibel auf außergewöhnliche Belastungen.
Die Entwicklung und der Verlauf einer Psychose beruhen also nicht auf einer einzigen Ursache, sondern sind an mehrere Bedingungen geknüpft.