npin-logo npin-titel
 
 Startseite
 Arztsuche
 Kliniken
 Gehirn & Nervensystem
 Neurologie
 Psychiatrie &  Psychotherapie
 Kinder/Jugendpsychiatrie  & Psychotherapie
 Krankheiten A-Z
 Index A-D
 Index E-H
 Index I-R
 Index S-Z
 Kinder & Jugendliche
 Erwachsene
 Im Alter
 Untersuchungsmethoden
 Therapieformen
 Angehörige
 Fachorganisationen
 Impressum
 Kontakt

Anorexia nervosa (Magersucht)
 
Anorexia nervosa (Magersucht)

Ursachen

Der Entwicklung einer Magersucht liegt vermutlich ein Zusammenspiel biologischer/
erblicher, persönlichkeitsbedingter, familiärer und gesellschaftlicher Faktoren zugrunde.

Genetische Vorbelastung/Biologische Faktoren
Erbliche Faktoren spielen laut aktueller Forschungserkenntnisse bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung einer Magersucht eine größere Rolle als bisher angenommen. In einer mit Ess-Störungen vorbelasteten Familie ist das Risiko einer Magersucht oder Ess-Brech-Sucht (Bulimie) um das 7- bis 12-fache erhöht. Auch depressive Erkrankungen und Zwangsstörungen treten in den betroffenen Familien vermehrt auf. In Studien werden derzeit mögliche „Kandidaten-Gene“ erforscht, welche die natürliche Appetitregulation bei Ess-gestörten Patienten beeinträchtigen. Eine geringe Körperlänge wird als weiterer Risikofaktor diskutiert.

Vermutlich besteht bei Magersüchtigen eine genetisch bedingte Störung der Botenstoffe im Gehirn. Wahrscheinlich regulieren die Botenstoffe für das Ess-Verhalten auch die Stimmung und können außerdem für zwanghaftes Verhalten  verantwortlich gemacht werden. Durch Hungern wird diese Stoffwechselstörung verstärkt, so dass Depressionen und Zwänge weiter zunehmen. Damit verbunden ist meist auch eine mangelnde oder falsche Wahrnehmung des eigenen Körpers (Störung des Körperschemas), das heißt, der Betroffene fühlt sich selbst bei extremer Abmagerung noch zu dick.

Weiter erlebten Anorexie-Patientinnen überdurchschnittlich häufig Geburtskomplikationen und/oder kamen als Frühchen (vor der 33. Schwangerschaftswoche) zur Welt.

Persönlichkeitsprofil
Magersüchtige zeichnen sich in vielen Fällen durch typische Persönlichkeitsmerkmale aus. Viele der Patient(inn)en werden als beharrlich, zäh, perfektionistisch und introvertiert beschrieben. Die jungen Menschen verhalten sich oft sehr angepasst und bemühen sich, es anderen recht zu machen. Oft besteht ein extremes Harmoniebedürfnis. Sie gehen Konflikten aus dem Weg, sind wenig selbstständig und haben ein niedriges Selbstwertgefühl. Ein anderer Patient(inn)en-Typ, der häufig bei bulimischen Patient(inn)en zu beobachten ist, wirkt hingegen offener und weniger kontrolliert, jedoch ebenfalls perfektionistisch. Allerdings ist bis heute noch nicht geklärt, ob diese Temperamentseigenschaften eine notwendige Bedingung für die Entstehung der Erkrankung sind oder eher als ihre Folge anzusehen sind.

Erziehungsbedingte Faktoren
Ob familiäre bzw. erziehungsbedingte Faktoren in die Entstehung und Aufrechterhaltung der Ess-Störung einfließen ist nach aktuellen Forschungsergebnissen in Frage gestellt. Wichtig erscheint das Wechselspiel zwischen den kindlichen Eigenschaften und dem Erziehungsverhalten der Eltern. Mangelnde Unabhängigkeit, Perfektionismus, ausgeprägtes Harmoniebedürfnis und soziale Ängstlichkeit auf Seiten des Kindes fördern möglicherweise einen behütenden und einengenden Erziehungsstil auf Seiten der Eltern. Auch die Mütter magersüchtiger Patient(inn)en sind häufig übermäßig ängstlich.

Gesellschaftliche Einflüsse
Das moderne Schlankheitsideal, wie es in den heutigen Modezeitschriften, in der Werbung, im Fernsehen und Kino propagiert wird, kann das Entstehen der Magersucht ebenfalls begünstigen. Hierfür spricht auch, dass Ess-Störungen vor allem in der westlichen Welt vorkommen. Gerade in der Pubertät, wenn Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein kaum vorhanden sind, versuchen Jugendliche gesellschaftlichen Idealen – vor allem bezüglich Figur und Aussehen - nachzueifern. Ein deutliches Zeichen hierfür ist, dass ein bis zwei Drittel aller Teenager in Deutschland bereits Erfahrungen mit Diäten gemacht haben. Mädchen und Frauen unterliegen dem Druck des Schönheitsideals stärker als ihre männlichen Altersgenossen – eine weitere Erklärung dafür, dass Ess-Störungen bevorzugt beim weiblichen Geschlecht auftreten.

Als besondere Risikogruppen für eine Anorexie gelten Models, Ballettschüler/innen, Tänzer/innen und Leistungssportler/innen.

Sonstige Einflüsse
Wie bei vielen Patienten mit psychiatrischen Krankheiten sind auch Magersüchtige häufiger Opfer eines sexuellen Missbrauchs oder körperlicher Misshandlungen als Menschen ohne ein psychisches Leiden. Solche traumatisierenden Erlebnisse gelten aber nicht als typisch für eine Anorexie.


vorherige Seite nächste Seite

 nach oben  Druckansicht öffnen   Seite per eMail empfehlen

  Allgemeines  
  Ursachen  
  Mögliche Warnzeichen  
  Krankheitsbild  
  Auswirkungen  
  Untersuchungsmethoden  
  Therapie  
  Prognose  
  Vorsorge  
  Informationen für Angehörige  
  Wichtige Adressen  
  Bücher zum Thema  


 
Weitere Gesundheitsthemen: Kindergesundheit | Frauengesundheit | Allgemeine & Innere Medizin | Lungenheilkunde | HNO-Heilkunde