Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass bipolare Erkrankungen durch eine
Stoffwechselstörung im Gehirn hervorgerufen werden. Dabei scheinen die Botenstoffe
(Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin) aus dem Gleichgewicht geraten zu sein.
Auch wenn eine bipolare Störung selbst offenbar nicht vererbt werden kann, so wird
zumindest die Anfälligkeit für solch eine Erkrankung von Generation zu Generation weiter-gegeben. Belastende Lebensereignisse können dann zum Ausbruch der Krankheit führen. Forschungen haben gezeigt, dass ein Kind mit einem erkrankten Elternteil ein Risiko von 10 bis 20% trägt. Sind beide Eltern betroffen, so steigt das Risiko für das Kind sogar auf 50 bis 60%.
Durch bildgebende Verfahren wurde bei Betroffenen während einer Krankheitsepisode eine veränderte Aktivität des so genannten limbischen Systems im Gehirn festgestellt. Das limbische System ist für das Empfinden und Verarbeiten von Gefühlen mit verantwortlich. Die veränderte Aktivität bei der Verarbeitung von Gefühlen erklärt, warum oft Schicksalsschläge einer Erkrankung vorausgehen.
Offenbar spielt bei bipolaren Erkrankungen auch die Jahreszeit eine gewisse Rolle. Statistisch gesehen treten im Sommer häufiger manische Episoden auf, während es im Frühling und Herbst vermehrt zu depressiven Episoden kommt. Gründe für diese jahreszeitlichen Schwankungen sind bisher nicht bekannt, der Einfluss des Lichtes und des Serotonin-Stoffwechsels scheinen dabei eine Rolle zu spielen.