Substanzen wie Alkohol, Tabak , Coffein, bestimmte Beruhigungs- und Schlafmittel wie Benzodiazepine, flüchtige Lösungsmittel und illegale Drogen wie
Cannabis
,
Ecstasy
,
LSD
,
Kokain
und
Heroin
(Opioide) besitzen allesamt ein Suchtpotenzial. Das bedeutet möglicherweise kann bereits ihr einmaliger, in jedem Fall aber ihr mehrmaliger Konsum der erste Schritt in eine Abhängigkeit sein. Kurzfristig wird mit dem „Genuss" eines Suchtmittels eine positive Wirkung erzielt, die oft als unbefriedigend empfundene Ausgangssituation wird scheinbar gebessert. Die anschließende „Ernüchterung" lässt einen Teufelskreis entstehen, die Nachfrage nach einem erneuten Rausch rückt für den Betroffenen immer mehr in den Lebensmittelpunkt.
Fast jede Sucht entwickelt sich über den Prozess: Erfahrung - Wiederholung – Gewöhnung. Als Gewöhnung (Toleranz) wird die Abnahme der Drogenwirkung bei wiederholter Gabe bezeichnet. Sucht-Patienten kompensieren diesen Wirkungsverlust mit immer höheren Dosen. Um von Suchtverhalten bzw. einem Abhängigkeitssyndrom zu sprechen, müssen im Laufe der letzten 12 Monate mindestens drei dieser sechs Kriterien erfüllt sein:
- Starkes, unwiderstehliches Verlangen, ein bestimmtes Rauschmittel zu konsumieren,
- verminderte Kontrollfähigkeit über Menge, Zeitpunkt und Dauer der Zufuhr,
- körperliche Entzugserscheinungen,
- stetige Dosissteigerung aufgrund der Toleranzentwicklung,
- wachsender Interessenverlust,
- anhaltender Konsum trotz nachweisbarer schädlicher gesundheitlicher oder sozialer Folgen.
Nach aktuellen Schätzungen gibt es in Deutschland:
- gut 16 Mio. Raucher
- ca. 1,7 Mio. Alkoholabhängige
- ca. 1,1 bis 1,4 Mio. Medikamentenabhängige
- ca. 100.000 bis 150.000 Drogenabhängige („harte" Drogen wie Heroin)
„Nicht-stoffgebundene Abhängigkeiten" wie z.B. krankhaftes Spielen, Stehlen (Kleptomanie), Brandstiften (Pyromanie) oder Einkaufen zählen medizinisch nicht zu den Suchterkrankungen gezählt. Diese Verhaltensauffälligkeiten werden als Störungen der Impulskontrolle zusammengefasst, d.h. der Patient kann seine Handlungen nicht bewusst steuern. Körperliche Abhängigkeitsanzeichen treten im Gegensatz zu den meisten Suchterkrankungen nicht auf. Auch der exzessive Internet-Gebrauch („Online-Sucht") fällt im weitesten Sinne in diese Gruppe.