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 Kinder & Jugendliche /  Schulverweigerung

Behandlungsmöglichkeiten bei Schulangst
 

Behandlungsmöglichkeiten bei Schulangst

Schulangst ist eine Angststörung, die im schulischen Kontext entsteht und dort auch wieder abgebaut werden muss. Um Ängste im schulischen Umfeld zu bekämpfen, ist ein gezieltes Zusammenarbeiten aller Beteiligten (Eltern, Lehrer, Kinder, Kinder- und Jugendpsychiater und Psychotherapeuten, Schulpsychologen, Sozialpädagogen) wünschenswert.

Meistens gehen die betroffenen Kinder im Wissen ihrer Eltern nicht zur Schule. Eltern haben oft Mitleid mit ihren verängstigten Kindern und wollen ihnen mit dem Schreiben von Entschuldigungen etwas Gutes tun. Mit dem Fernbleiben von der Schule unterstützen sie aber gleichzeitig das Vermeidungsverhalten ihrer Kinder und verstärken so nur den Teufelskreis. Besser helfen sie ihnen von der Schulangst loszukommen, mit Trösten (keine Beschimpfungen!), Ermutigung durch Lob und Annahme (sozial ängstliche Kinder haben große Angst vor Liebesentzug!) und viel Geduld. Um das persönliche Selbstbewusstsein des Kindes zu stärken, sollten Erfolgserlebnisse geschaffen werden - zum Beispiel, indem man dem Kind eine Aufgabe gibt, die es gut bewältigen kann.

Behandlungsmöglichkeiten bei Leistungsangst
Um eine schulische Überforderung ausschließen zu können, ist eine Leistungs- und Intelligenzdiagnostik anzuraten. Eine solche Untersuchung kann beim Kinder- und Jugendpsychiater oder Schulpsychologen erfolgen, der auch die Lerntechniken des Schülers überprüfen und geeignete Lehrpläne erstellen kann.

Bei Leistungsüberforderung in der Grundschule sollten gezielte Fördermaßnahmen (Förderunterricht, Nachhilfe) eingesetzt werden, wobei notfalls auch sonderpädagogische Förderung in Betracht zu ziehen ist. Wenn nach einem Schulwechsel oder Übergang in eine weiterführende Schule die Leistungsanforderungen nicht dem Leistungsniveau des Schülers entsprechen, muss ein erneuter Schul- oder Klassenwechsel angedacht werden. Kein Schüler sollte unter Druck in einer unangemessenen Leistungsgruppe verbleiben müssen.

Auch die jeweilige Unterrichtsmethodik an der Schule sollte passen. Lehrer sollten sich darum bemühen, eine angenehme Lernatmosphäre zu schaffen. Eine verständnis- und rücksichtsvolle Behandlung der unter Leistungsangst stehenden Schüler – zum Beispiel durch gelegentliches Beruhigen, individuelles Anleiten, Ermuntern - kann viel ausmachen.

Bei hartnäckiger Schulangst mit Lernblockaden und Prüfungsängsten (ohne dass tatsächlich eine Überforderung vorliegt) kann eine so genannte kognitive Verhaltenstherapie durch den Facharzt wirksam helfen. In einer solchen therapeutischen Begleitung werden Techniken wie Selbstverbalisation („Ich muss eins nach dem anderen machen, dann schaffe ich es auch“), Rollenspiele, Ankern (Verankern von Zuversicht), oder Gedankenstopp in Verbindung mit Entspannungstechniken (z.B. Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen) sowie die Bearbeitung von verzerrten Denkmustern („Ich mache immer alles falsch“) durchgeführt.

Grundsätzlich müssen Kinder lernen, Ängste und angstauslösende Situationen zu bewältigen und Angst bis zu einem bestimmten Ausmaß als normalen Teil des Lebens zu tolerieren. Deshalb sollten Eltern einem ängstlichen Kind – bis auf Ausnahmefälle - keine Medikamente zur Beruhigung verabreichen; auch keine Mittel wie Baldriantropfen oder Globuli.

Behandlungsmöglichkeiten bei sozialer Angst
Eltern, Freunde und Lehrer können viel dazu beitragen, die Bewältigungskompetenz eines Kindes zu stärken. Sie sollten vermeiden helfen, dass ein Kind wegen seiner Schüchternheit in den Mittelpunkt gestellt und vor anderen blamiert wird. Durch positive soziale Erfahrungen lässt sich Schüchternheit schrittweise und behutsam abbauen.

In hartnäckigen Fällen ist eine Untersuchung durch einen Facharzt angezeigt, der zum Beispiel eine Angstanamnese (biografische Ursachenforschung) oder eine angstspezifische Diagnostik mithilfe von Fragebögen durchführen wird. Zur Förderung von Selbstwert, Kontaktfähigkeit, sozialen Kompetenzen und der Frustrationstoleranz kann eine kognitive Verhaltenstherapie oder ein Soziales-Kompetenz-Training empfohlen werden.

Stress- und Konfliktbewältigungstrainings werden für Lehrer und Schüler angeboten, um das Schulklima zu verbessern und ein soziales, Mobbing- und gewaltfreies Klassenmilieu in der Schule zu schaffen. Zur Konfliktklärung sollten Gespräche mit allen Beteiligten geführt werden. Zudem können Lehrer sich präventive und angstreduzierende Techniken und Strategien zur Unterrichtsgestaltung in Fortbildungen aneignen. Auch für interessierte Eltern werden spezielle Informations- und Trainingskurse angeboten.

Bei älteren Jugendlichen, die unter hartnäckigen Ängsten im Sinne einer sozialen Phobie leiden, kann eine psychotherapeutische Behandlung im Rahmen eines individuellen Heilversuchs auch mit einer medikamentösen Behandlung mit einem so genannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer kombiniert werden.

 

 
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