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Kinder mit Entwicklungsstörungen benötigen individuelle pädagogische und therapeutische Förderung
 
[19.12.2007] 

Kinder mit Entwicklungsstörungen benötigen individuelle pädagogische und therapeutische Förderung

Kinder, die anhaltende Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, beim Sprechen sowie beim Rechnen haben, sollten beim Erlernen dieser Fertigkeiten individuell unterstützt werden, um ihre schulische Entwicklung nicht zu gefährden. „Wenn ein Kind in der Schule anhaltend Probleme beim Lesen und Schreiben hat, sollte am besten innerhalb der ersten 3 Grundschuljahre eine individuell abgestimmte pädagogische und therapeutische Hilfe begonnen werden“, rät Dr. Christa Schaff, die Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). Bei Stottern oder dem Verschlucken von Wortteilen, dem so genannten Poltern, kann der Sprechfluss durch eine auf die jeweilige Problematik angepasste Behandlung erleichtert werden. „Außer zu Beeinträchtigungen in der sprachlichen Entwicklung kann es auch zu Problemen beim Rechnen kommen“, erklärt die BKJPP-Vorsitzende. „Betroffene Kinder verfügen häufig nicht über eine altersgemäße abstrakte Vorstellung von Zahlen und haben aus diesem Grund große Schwierigkeiten bei den Grundrechenarten.“

Häufig leiden Kinder mit einer Entwicklungsstörung unter begleitenden psychischen Problemen. „Da Kinder mit Verzögerungen in ihrer Entwicklung häufig dem Spott von Altersgenossen ausgesetzt sind, ist es sehr wichtig, sie bei der Bewältigung ihrer Schwierigkeiten auch therapeutisch zu begleiten und ihr Selbstwertgefühl zu stärken“, erklärt Dr. Schaff. Es kann aber auch parallel zu Störungen oder Krankheiten. wie einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) , Störungen des Sozialverhaltens oder emotionalen Störungen wie depressiven Syndromen kommen, die einer sozialpsychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung bedürfen.

„Rechtschreibstörungen, Lesestörungen sowie Rechenstörungen bleiben unbehandelt häufig bis ins Erwachsenenalter bestehen und können zu seelischen Begleit- und Folgestörungen führen“, warnt Dr. Schaff. “Eltern und Lehrer sollten daher bei Entwicklungsstörungen in jedem Fall zur Abklärung einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie oder Kinder- und Jugendarzt hinzuziehen.“

Etwa 3% der Kinder in Deutschland sind von einer Lese- und Rechtschreibstörung betroffen, 5% von einer sprachlichen Entwicklungsstörung sowie weitere 3% von einer Rechenstörung. Außer bei Rechenstörungen leiden Jungen häufiger an einer Entwicklungsstörung als Mädchen.



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