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Bei ADHS kommt es zu einer Entwicklungsverzögerung des Gehirns
 
[06.12.2007] 

Bei ADHS kommt es zu einer Entwicklungsverzögerung des Gehirns

Bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) entwickeln sich Teile des Gehirns langsamer als bei gesunden Kindern. Viele Hirnregionen reifen durchschnittlich 3 Jahre später als bei Kindern ohne Verhaltensauffälligkeiten. Forscher des National Institute Of Health in Bethesda, Maryland untersuchten bei insgesamt 446 Kindern und Jugendlichen mit und ohne ADHS die Dicke der Großhirnrinde mittels der Magnetresonanztomografie (MRT) an 40.000 Punkten. Jedes Kind wurde mindestens 2-mal im Abstand von etwa 3 Jahren gescannt. Die Wissenschaftler interessierten sich dabei für die Frage, wann die Großhirnrinde ihre maximale Dicke erreicht. Dies ist der Zeitpunkt, ab dem überschüssige Nervenverbindungen wieder abgebaut werden.

Bei den Kindern mit einer Aufmerksamkeitsstörung erreichten die untersuchten Stellen ihre maximale Ausdehnung im Schnitt 3 Jahre später, in einigen Fällen sogar mit einer Verzögerung von 5 Jahren. Eine Ausnahme bildete das motorische Zentrum, das sich als einzige Region bei der ADHS-Gruppe früher entwickelte. Bei Arealen im vorderen Bereich des Gehirns hingegen war die Verzögerung besonders ausgeprägt. Diese Hirnregion wird höheren Funktionen zugeschrieben, wie dem abstrakten Denken und der Kontrolle der Aufmerksamkeit. Genau diese Fähigkeiten sind es, die bei Kindern mit ADHS häufig beeinträchtigt sind. Obwohl sich das Bewegungszentrum bei Kindern mit ADHS sehr schnell entwickelt, kommt es in den Regionen, die der Kontrolle von Bewegungen dient, zu einer deutlichen Verzögerung.

„Die Erkenntnis, dass es bei Kindern mit ADHS zu einer Verzögerung der Entwicklung des Gehirns kommt, könnte erklären, weshalb wir bei vielen betroffenen Kindern und Jugendlichen gute Erfolge mit unseren komplexen, die  Entwicklung fördernden therapeutischen Maßnahmen haben“, erläutert Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). „Allerdings bleibt ADHS bei bis zu einem Viertel der Betroffenen auch im Erwachsenenalter bestehen.“



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