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Gesunde Ernährung und Bewegung helfen zur Vorbeugung von Adipositas bei Kindern
 
[03.10.2007] 

Gesunde Ernährung und Bewegung helfen zur Vorbeugung von Adipositas bei Kindern

Eltern sollten bei Kindern mit einer Veranlagung zu Adipositas frühzeitig auf eine gesunde Ernährung achten und sie motivieren, sich körperlich zu betätigen, bevor sie ein starkes Übergewicht entwickeln, das schwierig zu behandeln ist. „Kinder, die zu Übergewicht neigen, können dazu ermuntert werden, bevorzugt Obst und Gemüse zu essen. Falls das Kind eher ablehnend reagiert, sollten die Eltern jedoch nicht insistieren“, empfiehlt Prof. Johannes Hebebrand, der stellvertretende Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP). „Wichtig ist, dass die betroffenen Kinder nichts anderes zu essen bekommen als die Eltern und die Geschwister.“ Gemeinsames Essen zu fixen Zeiten hilft dem Kind, ein positives Verhältnis zum Essen zu entwickeln und beugt dem Naschen zwischendurch vor. „Eltern sollten ihr Kind ermutigen, sich im Alltag möglichst viel zu bewegen, wie beispielsweise mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren oder die Treppen statt des Fahrstuhls zu benutzen“, rät der Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Rheinischen Kliniken Essen. „Auf körperliche Bewegung als Ausgleich für Beschäftigungen im Sitzen wie Fernsehen oder Computerspielen sollte geachtet werden.“

„Die Neigung zu Adipositas ist zu einem großen Teil auf erbliche Veranlagung zurückzuführen“, betont der Kinder- und Jugendpsychiater. „Als weitere mögliche Ursachen gelten eine Depression im Kindes- und Jugendalter sowie Rauchen während der Schwangerschaft. Übergewicht kommt gehäuft bei niedriger sozialer Schichtzugehörigkeit vor“. Die Stigmatisierung der Betroffenen sowie die Unterstellung, sie würden zu wenig an sich arbeiten, stellen eine erhebliche seelische Belastung dar. Kontaktprobleme und Hänseleien können zu einem Mangel an Zuneigung führen, der wiederum durch vermehrtes Essen ausgeglichen wird. „Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist oftmals die Unterstützung eines Kinder- und Jugendpsychiaters erforderlich“, erläutert Prof. Hebebrand. „Durch eine psychotherapeutische Behandlung wird das Selbstbewusstsein des erkrankten Kindes gestärkt und es erlernt Strategien, um mit Frustrationen besser umzugehen.“

In Deutschland sind 16% aller Kinder und Jugendlichen übergewichtig. Bei 6% der Kinder und Jugendlichen liegt eine Adipositas vor. 85% der betroffenen Kinder leiden auch als Erwachsene an Übergewicht.





 
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