Suizid ist als Todesursache häufiger als Verkehrsunfälle, Drogen und Gewaltverbrechen zusammen. Auf jeden Selbstmord kommen zudem mindestens 20 Versuche. Damit ist er weltweit die zehnthäufigste Todesursache und nach Schätzungen sterben daran jährlich eine Million Menschen. Auf diese Problematik möchte der Internationale Suizidpräventionstag am 10. September aufmerksam machen. Initiatoren des Aktionstages sind die Internationale Assoziation für Suizidprävention und die Weltgesundheitsorganisation. Experten informieren am Aktionstag in vielen Städten auch über Vorsorgemaßnahmen und Hilfen für Angehörige.
Informationen zu lokalen Veranstaltungen finden Sie auf der Website des Welt-Suizid-Präventionstages unter:
http://www.welttag-suizidpraevention.de
Die Verhinderung von Selbstmorden ist nicht leicht, da eine große Zahl von Faktoren eine Rolle spielt. Der Großteil der Selbstmörder leidet unter psychischen Störungen. 90 Prozent derjenigen, die Selbstmord begehen, leiden unter einer psychischen Störung, wie z.B. Magersucht, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder körperdysmorphe Störung. Am häufigsten jedoch sind Depressionen der Grund einer Selbsttötung. Andere Faktoren können auch eine Krankheit oder Behinderung sein. Krebserkrankungen, HIV/AIDS, Epilepsie und eine Reihe anderer körperlicher Leiden erhöhen das Selbstmordrisiko. Körperliche Misshandlungen, sexueller Missbrauch oder Naturkatastrophen können ebenso zu einem Selbstmord führen, wie auch der Tod von Prominenten.
In den nördlichen Ländern Europas ist die Rate der Todesfälle höher als in den südlichen. In den Industrieländern sterben mehr Männer als Frauen daran. Die Selbstmordraten liegen bei älteren Menschen höher als bei jungen, wobei die Anzahl unter der jüngeren Bevölkerung in den letzten 50 Jahren gestiegen ist, vor allem bei Männern. Auch soll das Risiko bei Menschen erhöht sein, die im Frühsommer oder Frühling geboren sind. Nichtbeschäftigte sterben eher durch Suizid als Berufstätige. Unter den Beschäftigten ist das Risiko bei Ärzten aller Art und Landwirten besonders hoch, da diese Berufsgruppe einen leichten Zugang zu Medikamenten und Giften hat, die für Suizid verwendet werden können.