 |
| © pixelquelle.de |
Laut einer aktuellen Veröffentlichung in The Lancet stirbt alle 40 Sekunden ein Mensch durch Suizid. Selbstmord ist weltweit die zehnthäufigste Todesursache und nach Schätzungen sterben daran jährlich eine Million Menschen. Die Rate der Todesfälle ist in den nördlichen Ländern Europas höher als in den südlichen. Mehr als 30 Prozent der weltweiten Suizide ereignen sich in China. In den Industrieländern sterben mehr Männer als Frauen daran. In China jedoch bringen sich mehr Frauen als Männer selbst um. Die Selbstmordraten liegen bei älteren Menschen höher als bei jungen, wobei die Anzahl unter der jüngeren Bevölkerung in den letzten 50 Jahren gestiegen ist, vor allem bei Männern. Auch soll das Risiko bei Menschen erhöht sein, die im Frühsommer oder Frühling geboren sind. Bei Amerikanern europäischer Herkunft liegt die Rate höher als bei Amerikanern lateinamerikanischen Ursprungs. Nichtbeschäftigte sterben eher durch Suizid als Berufstätige. Unter den Beschäftigten ist das Risiko bei Ärzten aller Art und Landwirten besonders hoch, da diese Berufsgruppe einen leichten Zugang zu Medikamenten und Giften hat, die für Suizid verwendet werden können.
Großteil der Selbstmörder leidet unter psychischen Störungen
Die Verhinderung von Selbstmorden ist nicht leicht, da eine große Zahl von Faktoren eine Rolle spielt. 90 Prozent derjenigen, die Selbstmord begingen, litten unter einer psychischen Störung, wie z.B. Magersucht , Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder körperdysmorphe Störung. Am häufigsten jedoch sind Depressionen der Grund einer Selbsttötung.
Ein anderer Faktor kann auch eine Krankheit oder Behinderung sein. Krebserkrankungen, HIV/AIDS, Epilepsie und eine Reihe anderer körperlicher Leiden erhöhen das Selbstmordrisiko. Körperliche Misshandlungen, sexueller Missbrauch oder Naturkatastrophen können ebenso zu einem Selbstmord führen, sogar auch der Tod von Prominenten.
Geschlechtsspezifische Formen des Suizids
Männer töten sich im Vergleich zu Frauen durch „gewalttätigere“ Methoden, wie Erhängen oder Erschießen. Frauen vergiften sich eher. In Südasien ist es unter den Frauen jedoch üblich, sich zu verbrennen. Eine wichtige Maßnahme gegen Suizide könnte laut der Autoren der Studie - K. Hawton and K. van Heeringen - sein, die Mittel zum Selbstmord zu beseitigen oder schwer zugänglich zu machen. Eine verstärkte Kontrolle des Besitzes von Schusswaffen, die sichere Lagerung von Pestiziden und Giften und Programme zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens bereits in den Schulen könnten dazu beitragen, dass die Selbstmordrate sinkt. Die größte Herausforderung jedoch sei es laut den Wissenschaftlern in The Lancet, die hohe Zahl von Selbstmorden in den Entwicklungsländern zu verringern.