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Antisoziales Verhalten steht in Zusammenhang mit niedrigem Stress-Hormon-Gehalt
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[16.10.2008] 

Antisoziales Verhalten steht in Zusammenhang mit niedrigem Stress-Hormon-Gehalt

Antisoziales Verhalten bei Jugendlichen scheint mit dem Cortisol-Gehalt im Körper zusammenzuhängen. Bildquelle: www.pixelio.de
Bei Jugendlichen, die zu antisozialem Verhalten neigen, bleibt offenbar in Stress-Situationen ein Anstieg des Stress-Hormons Cortisol im Körper aus. Normalerweise steigt der Cortisol-Spiegel in Stress erzeugenden Situationen, wie etwa bei Prüfungen oder Sprechen vor einer Gruppe, an. Man geht davon aus, dass Cortisol die Gedächtnisbildung unterstützt und die Kontrolle von Emotionen, insbesondere gewalttätigen Impulsen, erleichtert. Möglicherweise steht diese veränderte körperliche Reaktion im Zusammenhang mit höherer Reizbarkeit und Gewaltbereitschaft.

Forscher um Graeme Fairchild von der Universität Cambridge verglichen in einer Studie die Hormonschwankungen von Jugendlichen, die antisoziales Verhalten zeigten, mit denen von gesunden Altersgenossen. 42 der teilnehmenden Jugendlichen waren bereits vor dem 10. Lebensjahr auffällig geworden, 28 Jugendliche erst danach. 95 Jugendliche ohne Verhaltensauffälligkeiten wurden herangezogen, um Vergleichswerte zu erhalten.

Eine Untersuchung des Cortisols im Speichel der Probanden ergab bei allen 3 Gruppen einen ähnlichen Ausgangswert. Im Anschluss wurden die Jugendlichen in einem Computerspiel anhaltenden Frustrationen ausgesetzt. Bei den gesunden Teilnehmern kam es daraufhin zu einem deutlichen Anstieg des Cortisol-Spiegels. Die Jugendlichen mit antisozialen Verhaltensauffälligkeiten hingegen zeigten keinerlei Anstieg des Cortisol-Gehalts im Speichel, bei ihnen ging der Wert sogar etwas zurück.

Aus diesen Ergebnissen lässt sich nicht unmittelbar ableiten, ob bei den aggressiven Jugendlichen der Anstieg des für überlegtes Handeln notwendigen Stresshormons ausbleibt oder ob die Betroffenen weniger Stresshormone bilden, weil sie durch frühere Frustrationserlebnisse abgestumpft sind. Nach der Einschätzung von Greame Fairchild, der Leiterin der Studie, deuten die Ergebnisse jedoch darauf hin, dass der Mangel an Stresshormonen mit einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber antisozialen Verhaltensstörungen darstellen könnte.



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